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Scroll amol – Nürnberg in den sozialen Netzen

Die digitale Gesellschaft ist nicht erst seit gestern Teil der Stadt. Die Web Week findet in Nürnberg nicht zufällig statt. Beides gehört zusammen und ohne die starke Digitalisierung in Nürnberg und Region wäre auch die Web Week nicht so schnell gewachsen. Doch wie „social“ ist die Stadt Nürnberg selbst? Sehr! Und das auch nicht erst seit gestern.

Zuerst kam das Internet, dann Social Media

Vor 20 Jahren, im September 1995, ging die Seite nuernberg.de ans Netz. Insgesamt war Nürnberg im Vergleich zu vielen anderen Städten damals wirklich früh dran. Im Bereich Social Media ist die Stadt seit 2008 aktiv. Niemand geringeres als das Eisbärenbaby Flocke war der Auslöser. Der extra für den Sympathieträger angelegte Youtube-Kanal kam seinerzeit auf rund 2,5 Millionen Videoaufrufe. Das blieb bei den wenigsten unbemerkt. Verschiedene städtische Kultur- und Jugendeinrichtungen trugen in der Folgezeit den Wunsch ans Presse- und Informationsamt heran, Social Media-Kanäle für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen zu dürfen. Fragen rund um IT-Sicherheit und den Datenschutz wurden alsbald geklärt. Schließlich wurden Twitter, Facebook, Instagram, GooglePlus, Youtube und XING zur Nutzung freigegeben. Das Presse- und Informationsamt selbst kümmert sich seither um die städtischen Auftritte bei Twitter, Instagram, GooglePlus und Youtube. Andere Dienststellen sind vor allem bei Facebook aktiv, wo sich mittlerweile fast 50 städtische Auftritte versammelt haben.

Nürnberg wirkt im Netz

Das „Leitmedium“ im Onlinebüro der Stadt ist Twitter. Dort wird ein Großteil der Zeit in die Social Media-Aktivitäten gesteckt. Da Twitter per se öffentlich ist, kann aufmerksam beobachtet werden, was User dort über Nürnberg schreiben und wie die Stadt auf die Leute wirkt. Es ist zudem leicht möglich, kleine Dialoge zu starten. Instagram dagegen dient vor allem dem visuellen Stadtmarketing. Nürnberg ist eine vielfältige, moderne und lebenswerte Großstadt. Die Bilder im Instagram-Account der Stadt zeigen das. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten werden dort vor allem die weniger bekannten Ecken und ein gewisses Lebensgefühl visualisiert. Youtube dient vor allem als Veröffentlichungsplattform für Videos, die von verschiedenen Dienststellen produziert werden. Das Engagement auf GooglePlus ist wie das Netzwerk selbst vergleichsweise jung. Dort wird über Veranstaltungen und Nachrichten aus der Stadtverwaltung berichtet.

Neues, Interessantes und Schönes aus Nürnberg…

Es ist nicht damit getan, einfach nur ein Profil in einem der Netzwerke zu haben. Es müssen auch Inhalte und Themen her. Nürnberg hat sich entschieden, dass die Kanäle in den sozialen Netzen nicht als Pressemitteilungs-Ticker genutzt werden sollen. Pressearbeit findet zwar statt, aber die Zielgruppen der Aktivitäten sind vorrangig die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bzw. alle, die sich für das Geschehen in und um Nürnberg interessieren. Das Stadtleben in seiner ganzen Vielfalt wird abgebildet. Den Followern und Abonnenten wird ein abwechslungsreiches und zugleich informatives Programm geboten. Und nicht nur das. Im „Social Web“ wird nun mal aus jedem Empfänger auch ein Sender und so ist es an der Tagesordnung, dass viele interessante Nürnberg-Inhalte von Nutzern selbst gepostet werden. Da werden dann auch gerne mal Bilder und andere Inhalte von Fans und Followern von der Stadt geteilt und retweeted.

… aber was steckt dahinter?

Mit Social Media lassen sich vielschichtige Ziele verfolgen. Im Fall von Nürnberg geht es darum, die Bürger der Stadt und alle Interessierten sowohl im Alltag wie auch in Krisensituationen besonders schnell und zuverlässig zu informieren. Es geht um Dialog. Es ist der Stadt ein wichtiges Anliegen, Verbundenheit herzustellen und zu stärken, mit der Stadt, aber auch mit der Stadtverwaltung. Rückmeldungen, was man verbessern könnte, erleichtern die Arbeit. Wenn beispielsweise viele Leute nach Grillplätzen in Nürnberg fragen, dann wird das zum Anlass, auf nuernberg.de eine entsprechende Seite zu diesem Thema zu erstellen. Die Bürgerinformation und der Bürgerservice stehen im Online-Büro im Vordergrund, und da sind Anregungen und Verbesserungsvorschläge natürlich jederzeit willkommen. Und diese Kanäle werden auch fleißig genutzt, die Intensität ist aber sehr unterschiedlich. Von Lob über tolle Informationsarbeit bis hin zu Häme und Ärger, wenn der Winterdienst nicht so klappt, wie sich das die Bürger vorstellen, ist alles dabei. Es kommen Nachfragen zu unterschiedlichsten Themen. Im Normalfall werden die Nachfragen an die zuständige Fachdienststelle geleitet und Informationen eingeholt und weitergegeben, falls es sich um Themen handelt, die eine größere Anzahl an Menschen betreffen. Eine Einzelfallbetreuung darf über Social Media jedoch aus Datenschutzgründen bei der Stadtverwaltung nicht erfolgen. In solchen Fällen werden die Bürger auf andere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme hingewiesen.

Was eine Stadt wie Nürnberg bewegt

Nicht nur Eisbär Flocke sorgte in Nürnberg für einen erhöhten Informationsbedarf. Besonders gut angekommen sind beispielsweise auch Liveticker während verschiedenster Anlässe. Das können kulturelle Veranstaltungen sein, aber auch bei den Bombenfunden der vergangenen Jahre wurden über nuernberg.de, aber eben auch auf Twitter, die offiziellen Informationen schnell und ausführlich unter dem Hashtag #nbgbombe verbreitet. Beim Wahlmarathon zwischen September 2013 und Mai 2014 war die Stadt jeweils bei der Ergebnispräsentation des Wahlamts im Presseclub Nürnberg vor Ort und hat die Auszählung bei Twitter unter #wahlnbg begleitet. Neben den allgemeinen Ergebnissen wurden auch immer Schlaglichter auf andere Städte geworfen und auch dazu aufgerufen, Nachfragen zu den Ergebnissen in einzelnen Stadtteilen zu stellen. In diesem Bereich war Nürnberg eine der aktivsten Kommunen. Im Alltagsgeschäft laufen bei Twitter Inhalte wie beispielsweise aktuelle und historische Fotos, aber auch mit Themen aus dem Stadtleben macht sich Nürnberg beliebt.

Nürnberg ist lokal, das Netz global

Natürlich vergleicht sich Nürnberg auch mit anderen Städten. Es gibt einerseits Rankings wie „Pluragraph“, die zu den deutschen Kommunen die Followerzahlen der einzelnen Profile auflisten und addieren, und allerlei Blogs, die sich diesem Thema widmen. Da die Zahlen alleine aber nicht wirklich aussagekräftig sind, schaut man in der Online-Redaktion der Stadt auch bei vielen anderen Städten schon mal genauer hin, wie woanders die Social Media-Kanäle genutzt werden und welche Inhalte man woanders in die Welt stellt. Beim Pluragraph-Ranking liegt Nürnberg aktuell auf Rang 7 in Deutschland. Und auch bei Krisensituationen wie Bombenfunden informiert Nürnberg im Vergleich zu vielen anderen Kommunen die Bürger auf vielen Kanälen sehr umfassend, was längst nicht selbstverständlich ist. Auch bei Instagram ist die Stadt ebenfalls weit vorne vertreten, jedenfalls was deutsche Städte angeht. Das Konzept, die Vielfalt der Stadt auch jenseits der touristischen Highlights und der Hochglanz-PR-Bilder abzubilden, kommt bei den Fans und Followern Nürnergs sehr gut an.

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Der Text ist in Kooperation mit der Stadt Nürnberg entstanden und wurde zuerst im Blog der Nürnberg Web Week veröffentlicht. Danke an Johannes Barthel aus der Online-Redaktion der Stadt für die Einblicke.

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